Aktualisiert am 8. Sept. 2009
Der Einsatz von Web 2.0 Anwendungen kann insbesondere international oder standortübergreifend operierenden Unternehmen mittels Telekooperation und virtueller Teamarbeit (CSCW: Computer Supported Cooperative Work) helfen die Kooperationskosten zu reduzieren. Zum Einsatz kommen z.B:
Unter Applikations Sharing versteht man das gemeinsame Arbeiten mit einer beliebigen Softwareanwendung. Hier gibt es eine Vielzahl von Unterschieden zwischen den Produkten. Sie reichen von der „Nur-Zeige-Variante“ bis hin zum echten Application Sharing, bei dem ein Teilnehmer via Internet auf die Anwendungen auf dem Rechner des Moderators oder eines anderen Teilnehmers zugreifen und damit arbeiten kann.
Bei einer Audiokonferenz wird die gesprochene Sprache via Internet übertragen. Zusätzlich zur gesprochenen Sprache kann ein Videobild und/oder ein Textchat die Konferenz begleiten. Es gibt mittlerweile eine Vielzahl von kostenlosen, so genannten „Messenger“ Angeboten im Internet. Das übersenden von Dateien an alle Teilnehmer ist ebenfalls möglich. Für eine Videokonferenz ist eine gößere Bandbreite notwendig, da die Videobilder ansonsten mit Zeitverzögerung zur Audioübertragung eintreffen. Um Nebengeräusche möglichst auszuschließen ist sollte eine Headsets benutzt werden. Die Konferenz zählt zu den synchronen Kommunikationswerkzeugen und ist vielseitig einsetzbar, z.b. bei Vorträgen, Gruppendiskussionen sowie Fragen und Antworten. Die Sprache des Moderators ist hierbei das wichtigste Medium zur Übermittlung von Inhalten.
Im Chat können zwei oder mehrere räumlich verteilte NetzteilnehmerInnen synchron (in Echtzeit) Textinformationen austauschen. Vor allem bei größeren Gruppen sind Kommunikations- und Verhaltensregeln wichtig. Diese werden im Vorfeld in der so genannten „Chatiquette“ festgelegt. Der Chat eignet sich besonders zum Kennen lernen, für Expertengespräche oder zum Bilden von Online-Gemeinschaften. Durch die Einrichtung fester Chat-Zeiten können z.B. Sprechzeiten zur schnellen Klärung von offenen Fragen realisiert werden.
Das Co–Browsing zählt zu den synchronen Kommunikationswerkzeugen. Der Moderator konfiguriert durch entsprechende Zusatztools seinen eigenen Internetbrowser, so dass dieser ein Signal an alle Gruppenteilnehmer sendet. Steuert der Moderator nun mit seinem Browser eine Internetadresse an, wird diese an die angeschlossenen Teilnehmer-Browser weitergeschickt. Dadurch können bestehende Inhalte des Internet in eine virtuelle Konferenz oder Lehrveranstaltung integriert werden. Gekoppelt mit einer Audiokonferenz oder einem Textchat, ist dieses Werkzeug für Internetpräsentationen z.B. zu einem bestimmten Thema gut geeignet.
eMail ist mit Abstand der meistgenutzte Internet-Dienst, weit vor dem WWW. Mittels eMail lassen sich Texte und Dateien über Computer an beliebig viele Empfänger schicken.
Das Forum zählt im Gegensatz zum Chat zu den asynchronen Kommunikationswerkzeugen, vergleichbar einem schwarzen Brett. Jeder kann zu unterschiedlichen Zeiten einen Beitrag hinzufügen oder auf Beiträge anderer antworten. In Foren findet die meiste Kommunikation statt. Sie können auf verschiedene Art und Weise verwendet werden und auch Bewertungen von Beiträgen mit einschließen. Der Upload von Dateien in ein Forum ist ebenfalls möglich.
Glossare sind im Prinzip Wörterbücher in denen Definitionen alphabetisch abgespeichert werden. Kollaborale Glossar Module können ähnlich einem Wiki (s. unten) verwendet werden. Jeder Teilnehmer kann einen Beitrag schreiben. Die anderen Teammitglieder und Moderatoren haben die Möglichkeit Kommentare einzufügen.
Software für räumlich verteilte Gruppen, deren Mitglieder gemeinsam an Projekten oder zusammenhängenden Aufgabenbereichen arbeiten; meistens innerhalb eines Intranets. Groupware enthält Module für die Kommunikation, gemeinsame Dokumenterstellung, Terminplanung und Task-Management.
Durch abonnieren der RSS-Feeds von WebBlogs (s. untern) und gemeinsamen Wikis (s. unten) werden die Gruppen- bzw. Teammitglieder automatisch über Neueinträge und Änderungen informiert.
Systeme zur synchronen Übertragung von Videobildern, Ton und Informationen auf einem Whiteboard (s. unten).
Ein WebBlog ist ein auf einer Webseite geführtes Tagebuch oder Journal. Journale begleiten die Arbeit der Teilnehmer über einen bestimmten Zeitraum und dienen der Dokumentation. Die Teilnehmer können ihr Journal jederzeit verändern und ergänzen. Sie eignen sich demnach dann, wenn ein Thema von den Teilnehmern über einen gewissen Zeitraum hinweg verfolgt und kommentiert werden soll - z.B. für Arbeitsprozessberichte und Projektlogbücher. Eine Bewertungsfunktion ist enthalten.
Ein Whiteboard ist das virtuelle Gegenstück zum klassischen Flipchart oder der Moderationswand des Präsenztrainings. Es ermöglicht es dem Moderator oder den Teilnehmern, Texte und Grafiken ad-hoc einzugeben. Seine Anwendung findet das Whiteboard in Live-Veranstaltungen. Whiteboard-Inhalte können aber auch häufig gespeichert werden und in asynchronen Anwendungen verwendet oder den Teilnehmern per E-Mail zugesandt werden. Der Inhalt kann mit Markierungssymbolen ausgestattet und aufbereitet werden.
Die Zugriffsrechte auf ein Wiki können so gestaltet werden, dass nur der Moderator, ausgewählte Teilnehmer oder auch aller Teilnehmer gemeinsam Zugriff darauf haben. Wikis erlauben es den NutzerInnen, Texte direkt online einzugeben und gemeinsam zu verändern. Was zuerst chaotisch klingen mag, zeigt am Beispiel der Online-Enzyklopädie Wikipedia, dass das Konzept funktioniert. Mit Wikis lassen sich einige Probleme bei der Online-Arbeit von Projektteams lösen, da das gemeinsame Arbeiten voll unterstützt wird: Kommentare, Veränderungen und Erweiterungen lassen sich leicht und ohne Rückgriff auf einen html-Editor in die Präsentationen aller (und von allen) Teilnehmerinnen und Teilnehmer einfügen. Dies ist nicht nur eine Möglichkeit für den Moderator oder die Moderatorin - die Teilnehmer können sich auch selbst kontrollieren, verbessern und die Seiten erweitern. Die Arbeit einzelner steht allen in der Gruppe sofort zur Verfügung und kann direkt überprüft werden. Auch für persönliche Rückmeldungen muss das Medium nicht gewechselt werden. Wikis sind vergleichbar mit einer Tafel, an der alle gleichzeitig und doch koordiniert schreiben können.
Die Online-Kommunikation und Kooperation bietet eine Reihe von Vorteilen. So ersparen Online-Diskussionen den Partizipanten Reisezeit und -kosten. In ihr sind Statussymbole weniger wahrnehmbar, dadurch werden Hierarchiestufen zumindest teilweise eingeebnet und gleichrangiges Arbeiten gefördert. Die Teilnehmer sind räumlich unabhängiger, zeitlich flexibler als bei Präsenz-Diskussionen und können auch einfacher parallel mehrere Themen abarbeiten. Außerdem fördert Online-Kommunikation die Medienkompetenz der Teilnehmer.
Den geschilderten Vorteilen stehen Nachteile gegenüber. Die Moderation und Koordination von Online-Diskussionen mit „multi-point“-Schaltungen ist aufwendiger als bei face-to-face Diskussionen, dadurch bedingt ist mit einem höheren Zeitbedarf zu rechnen. Die Teilnehmer benötigen ein höheres technisches Vorwissen und müssen sich an strenge Verhaltens- und Kommunikationsregeln („Netiquette“) halten. Nicht vergessen werden darf die „Kanalreduktion“, z.B. das Fehlen der Körpersprache, die nur teilweise durch Emoticon ausgeglichen werden kann. Dadurch bedingt entwickelt sich die Gruppenzusammengehörigkeit langsamer und die Gruppenatmosphäre ist stärker aufgaben- als personenbezogen mit einer höheren Unverbindlichkeit.
Als zertifizierter European Net-Trainer unterstütze ich gerne die Zusammenarbeit Ihrer virtuellen Teams.