1. Zielgruppe
2. Erfolgsfaktoren
3. Vorgehensweise
4. Anmerkung


1. Zielgruppe

Unternehmen und Organisationen, Teams oder einzelne Personen aus unterschiedlichen Kulturen, die im internationalen/globalen Umfeld tätig sind und einen akuten Konflikt in eine Win-Win-Situation verwandeln möchten.



2. Erfolgsfaktoren

Damit das Coaching erfolgreich sein kann und die beschlossenen Maßnahmen von allen Teilnehmern motiviert umgesetzt werden, müssen die folgenden Voraussetzungen erfüllt sein:


Sensibilisierung für kulturbedingte Konfliktpotentiale wie z.B. unterschiedliche

  • Wertehaltungen,
  • Wissensbasis,
  • Denk- und Handlungsweisen,
  • Problemlösungsstrategien und
  • verbale, nonverbal und paraverbale Sprachen


Konfliktparteien

  • wollen eine einvernehmliche Lösung
  • haben Interesse an guten zukünftigen Beziehungen
  • nehmen an der Mediation freiwillig teil
  • sind bereit aktiv mitzuarbeiten und sich an die "Spielregeln" zu halten
  • ferner benötigen sie

    • Geduld
    • Beharrlichkeit
    • Zuhören- und Zulassenkönnen
    • Offenheit
    • 100%-ige Präsenz


Mediator

  • muss interkulturell bedingte Missverständnisse und Konflikte sowie die Bedürfnisse der Konfliktparteien erkennen können
  • hat gute Fachkenntnisse bezüglich des, dem Konflikt zugrunde liegenden Sachverhalts
  • ist unparteiisch (allparteiisch) und besitzt das Vertrauen der Konfliktparteien
  • hilft den Beteiligten Gefühle und Interessen verständlich auszudrücken
  • gibt keine Lösung vor
  • bricht wenn nötig das Gespräch ab



3. Vorgehensweise

0. Vorbereitung

Kontaktaufnahme, Vorbesprechung und Situationsklärung

1. Abstimmungsphase

In dieser Phase versucht der Mediator eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen und gibt den Konfliktparteien Gelegenheit zusätzlich zu den Standard-Mediationsregeln eigene Regeln gemeinsam zu vereinbaren.

2. Betroffenensicht

Die Konfliktparteien schildern nacheinander ihre Sicht, ohne von der anderen Partei unterbrochen werden. Der Moderator hört aktiv zu, stellt Verständnisfragen und sammelt alle wichtigen Informationen. In dieser Phase werden erste Motive erkennbar.

3. Spiegelung

Die Konfliktparteien wiederholen die Position und die Interessen der anderen Seite mit eigenen Worten.

4. Konflikterhellung und Visualisierung von Gemeinsamkeiten

Die wichtigen Punkte beider Parteien werden visualisiert und zuerst die Gemeinsamkeiten hervorgehoben um eine bessere Ausgangsbasis für die darauf folgende Erörterung der Problemaspekte zu schaffen. Hier geht es um die Erhellung der hinter dem Konflikt liegenden Positionen, Bedürfnisse und Gefühle.

5. Neue Lösungsmöglichkeiten erarbeiten

Nachdem alle Problemaspekte bearbeitet sind, werden gemeinsam, z.B. mittels Brainstorming Lösungsvorschläge gesucht und später ihre Durchführbarkeit bewertet. Dabei muss im Rahmen einer interkulturellen Mediation am Ende nicht immer eine einheitliche Auffassung herauskommen. Häufig kann es sinnvoller sein, dass sich die Konfliktparteien nur die Differenzen bewusst machen und als spezifische Eigenarten des anderen akzeptieren.

6. Lösungen vereinbaren

Die Konfliktparteien entscheiden sich für einen oder mehrere ihrer Lösungsvorschläge, die sie umsetzen wollen, und vereinbaren eventuell ein Folgegespräch.

7. Umsetzung

Die Konfliktparteien realisieren die vereinbarten Maßnahmen und nehmen gegebenenfalls Anpassungen vor.



4. Anmerkung

Die Interkulturelle Mediation, wie oben beschrieben, dient nicht nur der freiwilligen Lösungsfindung im Konfliktfall, sondern unterstützt auch das beidseitige Lernen, hilft die Verständigung zwischen den Konfliktparteien zu verbessern und ein Gespür für beidseitige Chancen zu entwickeln.